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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

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Ein frischer Wind weht mich aus der Haustür. Der Bus schaukelt mich durch den prallen Verkehr. In der Kunsthalle sehe ich nach, was die Gegenwart zu bieten hat. Dann hinaus ins echte Leben. Wage mich in die Tiefen der U-Bahn. Schaue sinnend auf die Namen, welche Station mich als erste anspringt. Die Haltestelle „Schlump“ lockt mich nach oben, kann an der Oberfläche aber weit und breit keinen Schlump entdecken, weder einen blauen noch sonstige. Ich lasse mich an den Kreuzungen von den Ampeln führen, die Seite, die als erste Grün bietet, hat Vorrang. Dann stehe ich vor der „Rutschbahn“. Viele orange Männer, eher keine Schlümpfe, schleppen auf ihrem Rücken meterlange schwarze Schlangen, lassen sie in die Tiefe gleiten. Ich staune ob des Durchmessers, ein Bauarbeiter meint, das sei noch gar nichts, da gäbe es noch ganz andere Kaliber. Gleich hinter der Baustelle stolpere ich in die erste ganz wunderbare Buchhandlung, die, ob der Leipziger Buchmesse, ein ganzes Schaufenster mit vertrauter österreichischer Literatur anbietet. Wir kommen ins Gespräch, ich kann mich zurückhalten und nehme nur zwei Bücher mit. Beim Italiener nebenan bekomme ich zum Mittagessen ein paar alte italienische Schlager serviert. Ein sehr junger Adriano Celentano sieht spöttisch von der Wand. Meine Versuche, italienisch zu sprechen, findet er wohl lächerlich. Ich lasse mich weiter treiben, bis zurück an die Elbe über die Himmelsleiter zum Strand hinunter. Die Abendsonne glänzt auf einem rostigen Riesencontainer, der plötzlich seine Patina verliert und golden wirkt, hohe Wellen schlägt und meine Spuren im Sand verwischt.


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